Schatten auf dem Mond

Schatten auf dem Mond

Zweifler: In this picture…in diesem Foto ist die Sonne definitiv da drüben. Da ist der Schatten der Landefähre. Nur die Schatten dieser Felsen halten sich nicht daran und verlaufen in einer anderen Richtung. Wie soll das möglich sein… There is no way you can do that.. Im Sonnenlicht müssten die Schatten parallel sein. Deshalb können hier nur Scheinwerfer im Spiel gewesen sein. Die aber hatten die Astronauten nicht dabei.

Helmut F. Dette, meine Antwort: Die einzige richtige Feststellung in diesem Absatz ist die, dass die Sonne da drüben also links steht. Die Aussagen, dass im Sonnenlicht Schatten parallel sein müssen und dass hier nur Scheinwerfer im Spiel gewesen sein können, sind falsch. Dass die Astronauten keine Scheinwerfer dabei hatten, ist ein alberner Hinweis.

Bei der Beurteilung von Schatten im Sonnenlicht kommt es immer auf die Perspektive an, also die „sich von einem bestimmten Standpunkt aus ergebende Betrachtungsweise“ (siehe ZEIT-Lexikon 2005). Außerdem sind der Untergrund, auf den der Schatten fällt, und der Sonnenstand wichtig.

Zum Beispiel: Schatten divergieren, wenn man in Richtung Sonne blickt und…

…konvergieren, wenn man die Sonne im Rücken hat.

Text Foto Apollo 14

Ganz unterschiedliche Schattenbilder sieht unser Auge bzw. die Kameralinse bei Betrachtung aus der Vogelperspektive (der Horizont liegt hoch) oder aus der Froschperspektive (der Horizont liegt niedrig). Eine am Boden krabbelnde Ameise sieht überhaupt keinen Schatten. Sie kann allenfalls feststellen, ob sie sich im wärmenden Sonnenlicht oder im kühlenden Schatten eines Baumes befindet.

Auch muss beachtet werden, ob Schatten von horizontalen oder vertikalen Objekten stammen, ob sie horizontal, bergauf oder bergab verlaufen.

Das Foto auf Seite 13 (Autobahnbrücke an der Zufahrtsstraße zum Schloss Fasanarie in Fulda) widerlegt gleich mehrfach, klar und eindeutig die Behauptung, dass „Schatten im Sonnenlicht parallel sein müssen“. Ober- und Untergurt des Brückengeländers sind parallele Geraden und laufen auf den unendlich fernen, hier außerhalb der Bildebene liegenden, Fluchtpunkt zu. Der gleichen Regel folgen die Schatten beider Gurte.

Ein „optisches Phänomen“ ist an den Schattenverläufen der senkrechten Geländerstreben zu erkennen. Das Sonnenlicht kommt von links hinten in einem Winkel von 45 Grad. Im Vordergrund (am Anfang der Brücke) und in der Mitte markieren zwei gleichschenklige rote Dreiecke den 45-Grad-Winkel.

Senkrecht von oben, also aus der Vogelperspektive, würden wir zwei gleich große Dreiecke erkennen. Durch den Übergang in die Frosch-perspektive und dem sich dadurch wandelnden Blickwinkel ändern sich mit zunehmendem Abstand scheinbar auch die Richtungen der Schatten. Das Dreieck in der Mitte der Brücke ist nur noch als Strich zu erkennen. Wir sehen den Schatten in der Ferne – also bei niedrigem Horizont – praktisch „von der Seite“.

 

 

 

 

 

 

Foto Autobahnbrückengeländer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.